25. Altstadtfest in Kirchberg

Bereits seit einem Vierteljahrhundert findet es statt: das Kirchberger Altstadtfest. Ein Fest mit Tradition, welches von und für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und seiner Gäste veranstaltet wird. Und so finden sich unter den Ausstellern nicht nur Anbieter von Gemüse, Honig, Kuchen, Pflanzen usw. aus dem direkten Umfeld sondern auch zahlreiche Vereine, die zum Verweilen, anschauen, probieren und informieren einluden. Natürlich war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Abgesehen von der Wernersgrüner Brauerei wurde von Vereinen und der Feuerwehr Leckeres vom Grill geboten.

Für die musikalische Untermalung sorgten verschiedene Künstlerinnen und Künstler, darunter das Blasorchester, ein Dudelsackspieler sowie ein mittelalterliches Duo. Auch ein Leierkastenmann war dabei, was ja in der heutigen Zeit eher was ganz exotisches ist. Schön wars.

Besonders auch, was sich auf dem Altmarkt getan hat, der in den letzten Monaten umgebaut wurde. Natürlich, die Kopfsteinpflasteroptik ist erhalten geblieben, wie sich das für einen Altmarkt gehört. Doch die Oberfläche ist ebener und somit auch für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhl oder Rollator einfacher zu befahren. Bei einem solchen alten Platz Barrierefreiheit herzustellen, ist wahrlich eine Herausforderung. Und natürlich kann man einen Berg eben nicht einfach abtragen. Die Steigung, die sich aus den natürlichen Gegebenheiten ergeben, konnte also nicht verändert werden. Damit es insbesondere für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind oder auf Gehilfen angewiesen sind, dennoch ein wenig leichter wird, wurde etwa mittig eine Ruheinsel errichtet. Diese ist von verschiedenen Seiten sowohl durch Stufen als auch ebenerdig und somit für alle erreichbar und lädt zum Verweilen ein. Wichtig ist das insbesondere auch für jene, die zum Cafe Marie am oberen Ende des Altmarktes wollen. Cafe Marie ist eine Begegnungsstätte in einem Wohnprojekt der Lebenshilfe Westsachsen e. V., welches acht Menschen mit Behinderung mitten in der Altstadt barrierefreies Wohnen ermöglicht. Auch eine Gästewohnung ist in dem Objekt verfügb

Ruhezone auf dem Altmarkt

ar. Zusammen ist das ein schönes Ensemble geworden und man sieht, wie viel Augenmerk die Stadt darauf legt, für ihre Einwohner attraktiv zu sein und zu bleiben. Im Rahmen des Altstadtfestes wurde der neugestaltete Altmarkt der Öffentlichkeit übergeben.

Weiterer Höhepunkt war die feierliche Eröffnung des Meisterhauses. Dieses alte und unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde für insgesamt zwei Millionen restauriert und beherbergt nun verschiedene Vereine und die Stadtbibliothek. Diese war bisher in der Schule untergebracht und für den Umzug gab es durchaus auch kritische Stimmen die meinten, Schule und Bibliothek gehören zusammen. Doch letztlich ist der Umzug in doppeltem Sinne ein Glücksfall. Denn so wurden in der Schule ab nächstes Jahr dringend benötigte Räume frei. Wie Bürgermeisterin Dorothee Obst erklärte, ist die Kirchberger Schule ab nächstes Jahr wieder dreizügig und mit dem Umzug der Bibliothek erübrigt sich ein teurer Anbau. Natürlich ist auch das Meisterhaus barrierefrei. Zur Geschichte des Hauses und was man dort alles entdecken kann, wird sich in Kürze hier ein weiterer Beitrag finden.

Bürgermeisterin Dorothee Obst bei der Eröffnung des Meisterhauses

Abschließend kann man sagen: Ländlicher Raum und Kleinstädte im ländlichen Raum können durchaus attraktiv sein für die Einwohner. Dass die Schule wieder dreizügig ist, gibt hierfür ein deutliches Zeichen. Mit Blick auf Barrierefreiheit, auf attraktive Öffnungszeiten von Museen und Bibliothek schafft man zudem gute Voraussetzung für noch mehr Nutzer- und Tourismusfreundlichkeit. All das zeigt, dass mit klugen und engagierten Kommunalpolitikern Hand in Hand mit den zahlreichen Ehrenamtlichen eine ganze Menge geschafft werden kann, um ländliche Räume lebenswert zu gestalten.

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