Besuch im Rathaus Zittau

Sehr gern bin ich am 15. April 2019 der Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Zittau, Herrn Thomas Zenker, ihm im Rathaus zu besuchen gefolgt. In unserem Gespräch ging es um Themen der Landespolitik in Grenzregionen, der Barrierefreiheit und der Bewerbung zur Kulturhauptstadt.

Beim Thema der Barrierefreiheit ging es um verschiedene Projekte, die derzeit in der Stadt Zittau in der Planung/Umsetzung sind. Als erstes wurde die Aufwertung der Inneren Weberstraße, welche durch ihre momentane Beschaffenheit, für viele schwer nutzbar ist, vorgestellt. Diese soll barrierefrei umgestaltet werden, das heißt, das u. a. das jetzige Pflaster durch Grantigroßpflaster (Oberfläche gesägt) – welches dem historischen Pflaster sehr nahe kommt – ausgewechselt werden soll, entsprechende Gehwege geschaffen werden sollen, aber auch bessere Möglichkeiten für die Anlieferungen des Einzelhandels in diesem Bereich geschaffen werden.

Es ist gewiss schwierig alle Belange unter einen „Hut zu bekommen“, aber die Stadt hat einen sehr guten Entwurf erarbeitet(welcher aber bisher vom Landesamt für Denkmalschutz, im Punkt Material des Neupflaster, noch nicht genehmigt wurde.)

Darüber hinaus plant die Stadt den barrierefreien Umbau weiterer Bushaltestellen und ist derzeit beim Um- und Ausbau einer 2. barrierefreien Schule, speziell für sehbehinderte Menschen.

Ein weiteres Thema in unserem Gespräch war die Zittauer Bewerbung zur Kulturhauptstadt, stellvertretend für die Dreiländerregion Oberlausitz mit ihren Partnern in Tschechien und Polen. Von den acht Bewerberstädten ist Zittau mit Abstand die kleinste. Doch man steht nicht alleine da – sowohl der Landkreis Görlitz als auch die Nachbarregionen in Polen und Tschechien haben signalisiert, im Falle eines Falles würden sie die Zittauer Bewerbung mit Ideen, aber auch logistisch mit unterstützen (Hotelbetten zur Verfügung stellen, Veranstaltungen anbieten, etc).

Wie Großveranstaltungen z. B. der Tag der Sachsen in Zittau, Weißwasser und Löbau oder die Landesgartenschauten in Obersdorf/Zittau und Löbau gezeigt haben, wenn die Oberlausitzer sich zusammentun, stemmen sie größte Aufgaben und profitieren davon für längere Zeit. Voraussetzung ist, die Einwohner stimmen dem Vorhaben bei der Bürgerbefragung zu. Parallel zur Europawahl am 26. Mai sollen die Zittauer nämlich per Bürgerentscheid bestimmen, ob die Stadt tatsächlich antreten soll.

Anschließend haben wir noch eine kleine Führung durch das imposante Rathaus, welches zwischen 1990 und 2002 vollständig saniert wurde, erhalten und einen Blick in den aufwändig dekorierten und 1993 restaurierten Bürgersaal werfen können und die beeindruckenden Buntglasfenster im Innenhof, welche die Stadtgeschichte Zittaus darstellen, anschauen können.

 

Blick in den Bürgersaal

 

Buntglasfenster im Innenhof

 

Danach konnten wir das größte Kunstwerk von Georg Baselitz, welches vom 6. März bis 10. Juni 2019 als Leihgabe in der Klosterkirche hängt, betrachten – der 1987 geschaffene Vorhang „Anna selbdritt“. Er misst 4,35 * 6,05 m und wurde vom Künstler aus Filz und Nessel gefertigt. Das letzte Mal wurde er vor über 20 Jahren in einer Kirche gezeigt. Das Werk zeigt Anna, die Großmutter Jesu, Maria und Jesus selbst sowie den Johannesknaben als monumentale Figuren.

Persönlich freue ich mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch in Zittau am 16. Juni 2019 zum zweiten Dreiländereck-Chorfest in Zittau mit Chören aus Deutschland, Polen und Tschechien. Die Chöre werden am Nachmittag ihr Können in der Weinau auf der Freilichtbühne und zwei weiteren Auftrittsorten zeigen und dem Publikum Musik aus drei Nationen präsentieren.

Ein herzliches Dankeschön noch einmal an dieser Stelle an Herrn Oberbürgermeister Zenker, für den interessanten und spannenden Nachmittag.