“Mit dem Vorsitzenden der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag – Rico Gebhardt – auf Sommertour”

Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour konnten wir unseren Fraktionsvorsitzenden Rico Gebhardt am 10.05.19 in Hohenstein-Ernstthal begrüßen.

Gemeinsam mit unserem Direktkandidaten des Wahlkreises 9 zur Landtagswahl 2019 und dem Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Stadtrat Hohenstein-Ernstthal – Alexander Weiß besuchten wir als erstes die Kindertagesstätte “Bummi” (der Trägerschaft ist der Sozialverbandes VdK Sachsen e.V.).

Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Leiterin Frau Wendler hatten wir Gelegenheit uns in der Einrichtung umzusehen.

Im Gespräch von links nach rechts: Rico Gebhardt, Frau Wendler und Alexander Weiß

Die insgesamt 83 Kinder in 4 Kita- und 1 Krippengruppen werden in modernen und kindgerecht ausgestatteten Gruppenräumen betreut. Hier erfolgen auch die täglichen vielfältigen Lern- und Spielangebote für die Kinder.

In einem der Gruppenräume mit Rico Gebhardt

Ganz besonders beeindruckt waren wir von der gepflegten 8.000 m/2 großen Außenfläche mit den zahlreichen Betätigungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen. Das kommt auch dem pädagogischen Ansatz der Einrichtung zu gute – die Bewegungsfreude der Kinder zu unterstützen. Ausreichende Bewegung und frische Luft haben grundlegende Bedeutung für  die gesunde Entwicklung der jungen Persönlichkeiten.

Viel Wert legt die Einrichtung auch auf die Altersmischung in den Gruppen. Das trägt positiv zur Herausbildung von Rücksichtnahme und Toleranz unterschiedlicher Bedürfnisse der Kinder bei und hilft bei der Entwicklung von Grundwerten wie gegenseitige Achtung, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft usw.

Natürlich wurden auch Probleme an uns herangetragen.

So z.B. wünscht man sich eine Erhöhung der Arbeitsstunden des Hausmeisters Herrn Haugner der großen Anteil daran hat, dass nicht nur im Gebäude, sondern vor allem im 8.000 m/2 großem Außengelände immer alles gepflegt und nutzbar ist.

Seit langem wünschen sich die Erzieherinnen auch, dass finanzielle Mittel für einen Anbau bereit gestellt werden.

Sorgen bereitet den Erzieherinnen auch, dass der geforderter Betreuungsschlüssel nicht gewährleistet werden kann.

Dennoch leisten die Erzieherinnen und das technische Personal eine hervorragende Arbeit mit und für die Kinder in ihrer Einrichtung, wofür ich hohen Respekt zolle und mich sehr herzlich bedanke. Dann ging es weiter.

Zunächst legten wir einen  kurzen Zwischenstopp an der höchsten Stelle von Hohenstein-Ernstthal auf dem Pfaffenberg mit einem wunderbaren Ausblick auf das nahe gelegene Erzgebirge ein.  Danach besuchten wir wir am Nachmittag das Textil- und Rennsportmuseum in Hohenstein-Ernstthal.

Zu Beginn wurden wir durch die Museumsleiterin Frau Palm begrüßt, die uns eine kurze Einführung zur Geschichte der Einrichtung gab.

Nach dem Zusammenbruch der Textilindustrie in der Region haben sich nach 1990 engagierte Menschen in einem Förderverein zusammengefunden um wertvolle Sachzeugen der traditionellen Jaquardweberei und ihre Geschichte zu sichern und für künftige Generationen zu bewahren. Die Stadt kaufte 1994 das Gebäude der ehemaligen Mechanischen Weberei C.F. Jäckel auf und beschloss gleichzeitig den Aufbau eines Textil- und Heimatmuseums.

Nach vielen Umbau- und Modernisierungsarbeiten entstand letztlich das heutige Textil- und Rennsportmuseum – auch um neben der Textiltradition in der Region die bedeutsame Geschichte des Rennsports auf dem noch heute genutzten Sachsenring zu würdigen.

In der Schauwerkstatt Jaquardweberei konnten wir uns nicht nur über die Entstehung der Textilindustrie und ihrer Geschichte bis in die Gegenwart informieren – sondern auch historische Web- und Wirkmaschinen in Aktion bestaunen.

Aufmerksam lauschen wir der Erklärung der Funktionsweise der historischen Maschinen.
Von links nach rechts: Alexander Weiß, Rico Gebhardt, Sebastian Bernhard (Ortsvorsitzender DIE LINKE Hohenstein-Ernstthal und Horst Wehner

Dass diese Maschinen heute noch funktionieren und bedient werden können (es gibt nicht mehr viele Menschen die dieses Handwerk beherrschen) ist nicht zuletzt dem großen Engagement der Mitarbeiter im Museum zu verdanken.

Vieles was vor 100 Jahren hochmodern an Technik war ist heute für uns kaum vorstellbar!

Und was mir besonders wichtig ist – die Einrichtung ist komplett barrierefrei gestaltet und nutzbar.

Ich kann allen Textil- und Rennsportbegeisterten einen Besuch dieser  Errichtung in Hohenstein-Ernstthal sehr empfehlen.

Als letzte Station stand ein Gespräch im Büro der LINKEN mit Genosse*innen und Sympathisant*innen auf der Tagesordnung.

In der Diskussion ging es u.a. um die Frage wie weiter mit den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.  Kritisiert wurde die ungenügende Bezahlung und dass es kaum Vermittlungen auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt gibt.

Aber auch über die ungenügende Finanzausstattung in der Kinder- und Jugendarbeit wurde gesprochen. Unsere Position:  die Jugendpauschale muss wieder auf 15 € erhöht werden! Und so wichtig wie Schulsozialarbeit ist – die Finanzierung darf nicht zu Lasten der übrigen Kinder- und Jugendarbeit gehen.

Brandaktuell das Thema: Wohnen und Mieten. Der bisherige Passus in der Gemeindeordnung, der besagt, dass es nur 25 % kommunalen Wohnungsbestand geben darf, muss geändert und die Grenze nach oben erhöht werden.

Ein abwechslungsreicher und interessanter Tag an dem wir viele engagierte und offene Menschen getroffen haben. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der von uns besuchten Einrichtungen für die freundliche Aufnahme und die sehr anregenden Gespräche.

Ich wünschen allen viel Erfolg für die weitere Arbeit.

Mein Dank gilt vor allem Alexander Weiß, der den Tag aktiv mit vorbereitet hat und natürlich wünsche ich ihm für die Landtagswahl am 1. September 2019 viel Erfolg! Anregungen hat er allerhand mitnehmen können.